Institut für Praxis der Philosophie e.V. Darmstadt (IPPh)

Kopfgrafik

Konzept

 

Das Institut für Praxis der Philosophie e.V. (IPPh) betreibt die Umsetzung der Philosophie im persönlichen und gesellschaftlichen Leben. Seine Arbeit ergänzt deshalb die Universitätsphilosophie nach der Seite der Praxis.

 

Durch die Arbeit des Instituts soll Philosophie wieder als Streben nach Weisheit gelebt werden. Weisheit kann allerdings nicht mehr im traditionellen Sinne verstanden werden (Ataraxia, Autarkia, Enkrateia etc.), sondern muß aus einer Kritik der Gegenwart entwickelt werden. Sie bezieht sich auf die Lebensverhältnisse in der technischen Zivilisation, der Leistungs- und Konsumgesellschaft. Es ist davon auszugehen, dass der moderne Mensch wesentliche Aspekte des menschlichen Daseins versäumt. Es mangelt an der Erfahrung des eignen Leibes, der Fähigkeit zu Teilnahme und Engagement, an der Bereitschaft Nicht-Wissen auszuhalten, und der Bereitschaft, die Gegebenheiten eines Lebens als Natur und mit der Natur zu akzeptieren.

 

Die Arbeit bedient sich durchaus traditioneller Formen (Vorlesung, Seminar, Vortrag, Tagung), im Zentrum stehen jedoch die Übung, die Vermittlung von Erfahrungen und die Entwicklung von Formen gemeinsamer Praxis. Deshalb steht auch nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern vielmehr die Entwicklung von Kompetenzen der Erfahrung, des Handelns und Leidens, der Kommunikation und der Kritik.

 

Hauptarbeitsgebiete sind:

 

Selbstkultivierung. Hier geht es z.B.

- um die Einübung in Wahrnehmungsweisen

- um leibliche Existenz

- um die Entwicklung von ethischen Kompetenzen (Standhalten-Können, Nein-Sagen-Können, Handeln- und Erleiden-Können)

 

Gesellschaftliche Praxis. Eine Awareness-group wird die gesellschaftlichen, d.h. die politischen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen ständig beobachten und diskutieren, um Gegenstände und Felder zu identifizieren, die keine oder nicht genügend Aufmerksamkeit erfahren. Dann wird das Institut ggf. selbst

- praktische Initiativen entfalten, oder

- sich publizistisch im öffentlichen Diskurs engagieren.

 

Dabei wird einer sinnvollen Tätigkeit von Menschen im Alter, dh. jenseits des Berufslebens, ein besonderes Interesse gewidmet.

 

Das Institut für Praxis der Philosophie e.V. (IPPh) ist kein Forschungsinstitut. Es wird Forschung nur insoweit betreiben, als es seine praktischen Initiativen erfordern oder für die Entwicklung von Methoden philosophischer Praxis notwendig ist.

 

Aus der Verpflichtung gegenüber der Tradition der Darmstädter Schule der Weisheit wird das Institut für Praxis der Philosophie e.V. (IPPh) auch Veranstaltungen zum Erbe Hermann Graf Keyserlings durchführen und Publikationen aus dem Nachlass fördern.